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Driving Future

Die Menschen im Blick – die Mobilität mit Freude gestalten

Can Baltaci

Wenn Can Baltaci, Referent Fuhrparkmanagement, Eppendorf Group SE & Co. KG und Vorstandsmitglied im Bundesverband Betriebliche Mobilität e. V., von Mobilität erzählt, spürt man schnell seine Begeisterung. Schon mit 18 Jahren suchte er Wege, Autos bewegen zu dürfen, und begann als Auszubildender bei einer Autovermietung Fahrzeuge zu reinigen. Es folgte ein ambitionierter und abwechslungsreicher Karriereweg mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, einem Studium des Event-Managements, einem Praktikum bei einem renommierten Automobilunternehmen, dem Jobeinstieg bei einem Anbieter von VIP-Shuttle-Diensten und dann dem Wechsel zu einer Fahrzeug-Leasinggesellschaft. Bei einem großen Automobilhersteller betreute er anschließend Kunden im Taxi- und Spezialfahrzeugbereich und übernahm die Beratung der Großkunden ab 150 Fahrzeugen.

Dem Taxigewerbe ist Can ohnehin sehr verbunden, weshalb er immer wieder gerne nebenberuflich Taxi fährt. Hier sammelt er vielfältige Eindrücke aus den unterschiedlichen Lebenssituationen seiner Fahrgäste, was bis heute seinen Blick auf Menschen und Mobilität prägt. Eine Stellenausschreibung führte ihn schließlich zur Eppendorf Group. Die Eppendorf Group ist ein international tätiger Hersteller von Laborgeräten mit Sitz in Hamburg. Sein Bewerbungsgespräch fand während der Coronazeit auf einem Parkplatz und nicht im Konferenzraum statt. Dort skizzierte Can seinem zukünftigen Vorgesetzten seine Ideen für die Mobilität bei Eppendorf. Heute sagt Can, diese Vision sei nahezu eins zu eins Realität geworden.

Elektromobilität im Unternehmensfuhrpark

In seiner Rolle als Fuhrparkmanager treibt Can die Elektrifizierung der Unternehmensflotte voran. Neue Fahrzeuge werden ausschließlich als Elektrofahrzeuge beschafft, mit dem Ziel, bis Ende 2027 vollständig elektrisch unterwegs zu sein. Wer ein neues Elektrofahrzeug erhält, durchläuft bei ihm eine etwa zweistündige Schulung zu den Themen Fahren, Sicherheit und Laden. Die Umstellung auf Elektroantrieb ist seiner Erfahrung nach eine mentale und keine technische Herausforderung. „Das Mindsetting ist entscheidend, und da muss man ansetzen“, sagt er. Viele Aha-Momente entstehen ganz praktisch, etwa wenn ein Nutzer entdeckt, dass sein Fahrzeug viel schneller laden kann als gedacht.

Die Wirkung zeigt sich auch in Zahlen und Rückmeldungen. Beschäftigte berichten, dass sie durch die 0,25%-Versteuerung von Elektrodienstwagen im Vergleich zur 1%-Versteuerung beim Verbrenner spürbar mehr netto im Monat haben. Can spricht von einer versteckten Gehaltserhöhung. Gleichzeitig konnten die Fuhrparkkosten gesenkt und Unfälle reduziert werden. Für ihn greifen drei Stellschrauben ineinander: „CO2-Reduktion ist gleich Mitarbeitermotivation ist gleich Kostenreduktion.“

Beim Fahrzeugportfolio setzt Can auf eine fokussierte Elektroflotte mit beschränkter Modellvielfalt. Neben Marken deutscher Automobilhersteller wird bei Eppendorf auch auf Tesla gesetzt. Allgemeine Vorbehalte kann Can nicht nachvollziehen, die Fahrzeuge sind seiner Ansicht nach effizient und wartungsarm, und der Service ist ebenfalls zufriedenstellend.

Mobilität bei Eppendorf – mehr als Auto

Der Hauptstandort seines Arbeitgebers in Hamburg Hummelsbüttel ist sicher nicht so gut mit dem ÖPNV erreichbar wie der berühmte Hamburger Jungfernstieg. Zusätzliche Busfahrten und Umstiege kosten den Mitarbeitenden viel Zeit. Daher hat Eppendorf früh das Jobrad-Leasing eingeführt, das auf sehr hohe Resonanz bei den Mitarbeitenden gestoßen ist. Die Nachfrage ist hoch, viele Beschäftigte sind inzwischen bei ihrem zweiten Jobrad angekommen. Selbstverständlich gibt es auch Jobtickets für den ÖPNV. Über das Thema Jobauto, also die Möglichkeit für Mitarbeitende, ein Auto-Abo abzuschließen und über die Gehaltsumwandlung zu finanzieren, denkt Can gerade nach.

Auf der Infrastrukturseite ist die Eppendorf Group dank Can ebenfalls gut aufgestellt. Für Fahrräder gibt es eine große überdachte Abstellfläche mit Lademöglichkeit für E-Bikes und eine Fahrradpumpe. Im Gebäude gibt es Duschen für die Radfahrer. Für die Pkw-Fahrer gibt es genügend Parkplätze und auch Ladesäulen, damit auch während der Arbeit geladen werden kann, und zwar nicht nur in Hamburg, sondern auch an den anderen Werksstandorten in Deutschland.

Gesundheit im Blick

Wichtig ist Can auch das Zusammenspiel von Mobilität und Gesundheit. Eppendorf bietet verschiedene Gesundheitskurse an sowie auch kostenfreies Obst und Getränke. Es gibt Betriebssport und Firmenaktionen, vom Staffellauf bis zu gemeinsamen Radtouren. Daraus ergibt sich für ihn das Bild eines Unternehmens, das sportlich und gesundheitsbewusst unterwegs ist. Das unterstützt er gerne auch mit seinem persönlichen Engagement als Betriebssanitäter des Unternehmens. Um das Thema Mobilität weiter sichtbar zu machen, plant er einen Mobilitätstag auf dem Unternehmensgelände, an dem neben Autoherstellern auch Jobrad, der Hamburger Verkehrsverbund und weitere Mobilitätsangebote vorgestellt werden sollen.

Wissenstransfer und Engagement im Verband

Sein Wissen baut Can konsequent aus. Er hat die Fortbildungen zum Fuhrparkmanager und jüngst den Zertifikatskurs Mobilitätsmanagement beim Bundesverband Betriebliche Mobilität abgeschlossen. In den Modulen in Mannheim erlebt er eine große Bandbreite an Unternehmen, von Betrieben, die beim klassischen Verbrenner bleiben, bis hin zu Organisationen, die Mobilitätsmanagement und steuerliche Aspekte konsequent zusammendenken. Dort zeigt sich für ihn, wie wertvoll der praxisorientierte Austausch mit anderen Fuhrpark- und Mobilitätsmanagern ist. Auf der vergangenen Mitgliederversammlung im November 2025 wurde Can in den Vorstand des Bundesverbandes Betriebliche Mobilität e. V. gewählt. Er freut sich sehr auf dieses Ehrenamt und die Möglichkeit, mit vielen Menschen über Mobilität im Austausch zu sein und ihnen auch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das sind sie, die zwei Ms die ihn bewegen: Menschen und die Mobilität.